Nach dem letzten überzeugenden Sieg gegen Mitkonkurrent Mutterstadt
fuhren wir zwar nicht siegesbewu
sst, aber immerhin
gestärkt zum vorgezogenen „Finale“ gegen Tabellenführer Lambsheim. Kapitän
O. Gaschnitz musste leider aus privaten Gründen absagen.
Nach den bisherigen Leistungen Olivers ein beträchtlicher Verlust.
Ersatzkapitän R. Klein entschlo
ss sich nach einigen
Gesprächen, ESV-Urgestein Fritz Völpel zu reaktivieren. Eine Entscheidung,
die sich bezahlt machte.
Der „Matchplan“ sah so aus, die beiden Schwarzpartien (Kaul, Völpel)
möglichst sicher Remis zu machen. Den Sieg sollten dann die beiden
„In-Form-Spieler“ (Klein, Herboth) herbeiführen.
Von der Qualität der Spieler her ein absolut realistisches Vorhaben.
Doch der Plan ging nicht auf. Es kam besser...
Nach ca. 1 Stunde hatte R. Klein am 1. Brett zwar eine ung
ewöhnliche
Position, aber nicht den den geringsten konkreten Vorteil erspielt. (7-8
Züge) Am 2. Brett fand sich SF Kaul in einer etwas gedrückten, aber
stabilen Stellung wieder. (10-12 Züge) An Brett 3 hatte Michael Herboth
eine bequeme, vertraute Mittelspielposition erreicht. (12-15 Züge)
Am schnellsten wurde an Brett 4 gespielt. Hier überraschte Fritz Völpel
seinen Gegner mit forschem Spiel. Nach ängstlicher Behandlung der
Philidor-
Eröffnung durch seinen Gegner gewann Fritz
völlig kompensationslos einen Bauern. Remis sicher.
Nach ca. 2 Stunden Speilzeit sah es so aus:
Fritz Völpel hatte seinen Vorteil systematisch ausgebaut. Den
gegnerischen Turm auf h4 patt
gesetzt! Und schliesslich
erobert. Das sah nach einem Sieg für uns aus. An Brett 3 kam Michael nicht
recht weiter. Hatte die Situation aber immer gut im Griff. Mindestens
Remis.
An Brett 2 mu
sste sich Erich Kaul der Offensive
seines jungen Gegners am Königsflügel erwehren.
Das tat er recht geschickt mit Bauern- und Springerzügen. Also auch
hier war keine direkte Verlustgefahr zu sehen.
Am Spitzenbrett wurde am langsamsten gespielt. Zuerst verpa
sste
der Gegner eine relativ einfache Abwicklung, die ihm das
Remis fast schon gesichert hätte. Danach bot R.
Klein
einen wichtigen Bauern für Angriff und Entwicklungsvorspung an. Der Gegner
nahm das Angebot an, und vertraute
darauf seinen König in der Mitte ausreichend schützen zu können.
Nach ca
. 2,5 Stunden hatte Fritz Völpel seine Partie
gewonnen. Ein ganz wichtiger Punkt, der dem Rest der Mannschaft Sicherheit
gab.
In Michael Herboths Partie waren noch alle Schwerfiguren auf dem Brett.
Er hatte allerdings den besseren „ungleichfarbigen“ Läufer. Aufgrund der
Bauernstruktur mußte man jedoch von einem Remis
schluß
ausgehen.
An Brett 2 und 1 entwickelten sich spannende Partien. Ergebnis ziemlich
offen. Es war tatsächlich noch „Alles“ drin. Von einem 3,5 – 0, 5 Sieg bis
zu einer knappen Niederlage!
In der nächsten halben Stunde ging
's dann richtig
rund.
Zuerst gewann Michael Herboth aufgrund eines gegnerischen Fehlers
leicht die Qualität (Leichtfigur gegen Turm) und anschliessend noch einen
Bauern. Nach einem kurzen Blick auf diese Partie hakte ich das für uns als
glatt gewonnen ab.
Währenddessen setzte R. Klein seinen Gegner unter erheblichen Druck,
dem dieser noch standhielt.
Erich Kaul an Brett 2 ging seinerseits unbemerkt zum Gegenangriff über.
In den nächsten 30 Minuten verlor Michael den Faden, d.h. seinen
gesamten Vorteil. Gewinn ausser Sich
tweite. Kaul setzt
seinen Gegner zu dessen UND MEINER Überraschung auf h3 matt!!
2-0 für den ESV. Das war der Sieg!!
Anschließend gewann Roland Klein mit einem hübschen Figurenopfer im
gegnerischen Bauernzentrum seine Partie. Obwohl auch hier noch
hartnäckiger Widerstand möglich war.
Am 3. Brett einigte man sich korrekterweise auf Remis. Weiss hatte zwar
einen gefährlichen Freibauern, dafür aber auch den ziemlich ungeschützten
König.
Endstand 3,5 – 0,5 für den ESV
Insgesamt ein verdienter, überzeugender Sieg. Die Nervenstärke und die
Erfahrung mit solchen Situationen gaben wohl den Ausschlag.
Wenn nichts Ungwöhnliches passiert, werden wir es im nächsten Jahr mit
dem gleichen Gegner zu tun haben.
Allerdings eine Klasse höher.